Kinder-Wiki

 

Ich bin Schnuffi! Das ist eigentlich nicht mein richtiger Name, sondern mein Spitzname. So nennt mich meine ganze Familie, weil ich ständig verschnupft bin und meine Nase rinnt. Manchmal muss ich auch oft hintereinander niesen. Besonders immer dann, wenn ich mit meiner Freundin Lisa eine Polsterschlacht mache. Dann bekomme ich auch kaum noch Luft und wir können immer nur ein paar Minuten miteinander kämpfen. Eigentlich schade, - ich mache gerne Polsterschlachten.

 

Einmal wollte ich mit Lisa auf dem alten Dachboden meiner Oma übernachten. Da oben wohnen nämlich Fledermäuse. Diese wollten wir in der Nacht beobachten. Mutig nicht wahr? Wir haben es uns mit unseren Schlafsäcken auf den alten Matratzen gemütlich gemacht und waren ganz still um die Fledermäuse nicht zu verschrecken. Aber weißt du, was dann passiert ist? Ich habe so schrecklich husten müssen, dass die Fledermäuse vor Schreck davongeflogen sind. Lisa war dann böse auf mich. Sie glaubt, ich hätte absichtlich gehustet vor lauter Angst! Pfh, ich und Angst, ganz sicher nicht! Auf dem Dachboden habe ich nicht schlafen können, der Husten und die Nieserei waren so schlimm.

 

Seit einigen Tagen wache ich auch in der Nacht auf, weil ich husten muss. Das ist ganz schön anstrengend, vor allem wenn am nächsten Tag Schule ist. In der Früh bin ich müde und meine Augen rinnen. Meine Mama meint, dass ich vielleicht Milben-Allergie habe und hat einen Termin beim meinem Kinderarzt ausgemacht. Weißt du, was Milben sind oder eine Allergie ist? Ich werde in meinem Wörterbuch nachschlagen.

 

Milben: Milben sind ganz kleine Tiere, die man nur unter einem Mikroskop beobachten kann. Sie sind Spinnentiere und besitzen vier Paar Gliederfüße. Sie wohnen am liebsten im warmen Bett, auf Sofas, Teppiche oder Vorhängen. Auch Stofftiere finden Milben super. Milben kommen in jeder Wohnung oder im Haus vor, auch wenn es sauber geputzt ist. Milben sind eigentlich nicht gefährlich. Dort wo die Milben wohnen, verursachen sie auch Schmutz. Auf diesen Schmutz (die Experten sagen „Allergen“ dazu) reagieren manche Menschen allergisch und werden krank. Diese Menschen haben dann eine Allergie.

 

Allergie: Jeder Mensch hat ein Immunsystem, das ist sozusagen die Polizei im Körper. Dieses Immunsystem schützt uns vor bösen Viren, Bakterien, Parasiten und allerlei Sachen, die im Körper nichts zu tun haben. indem es diese als gefährlich einordnet und bekämpft. Manchmal irrt sich das Immunsystem aber auch und versucht gegen harmlose Stoffe anzukämpfen. Bei einer Milben-Allergie glaubt das Immunsystem, dass der Schmutz der Milben gefährlich sei und will es bekämpfen. Daher bekommt man bei einer Milben-Allergie auch Husten, wässrige Nase/Augen, ständiges Niesen.

 

Symptome: so nennt man die Merkmale einer Krankheit. Wenn du zum Beispiel Fieber hast, kann das ein Symptom für eine Grippe/Verkühlung sein.

 

Allergen: das ist in diesem Fall der Schmutz der Milben, die einen krank machen.

Das ist mein Kinderarzt und kennt sich mit Allergien gut aus. Zuerst fragt er meine Mama und mich was ich habe. Wieso ich nicht schlafen kann, ob ich immer niesen muss mich auch andere Dinge stören und wann sie besonders stark sind. Er fragt mich auch was ich gerne außerhalb der Schule mache oder was ich gerne esse und schreibt alles ganz genau auf.

Danach erklärt er mir, dass er nun einen Prick-Test auf meiner Haut machen wird, um herauszufinden, worauf ich allergisch bin.

 

Prick-Test: Der Arzt tropft einige Allergene auf deinen Unterarm und beschriftet diese, damit er später, so nach 15 Minuten, noch weiß, welcher Tropfen welches Allergen war. Zum Beispiel tropft er dir Pollenallergene, Tierhaarallergene, Hausstaubmilbenallergene und Schimmelpilzallergene auf den Unterarm. Wenn du auf ein bestimmtes Allergen allergisch reagierst, entsteht dort ein roter Punkt oder sogar eine Beule (wie bei einem Gelsenstich). Je größer der Punkt, desto stärker reagiert der Körper darauf. Manchmal muss der Arzt auch Blut abnehmen, um ganz sicher zu sein. Denn auch im Blut kann man unter dem Mikroskop die Allergene finden.

Oje, bei mir hat sich ein ziemlich großer Punkt bei dem Tropfen Hausstaubmilbe gebildet. Und der juckt auch ziemlich. Nun muss ich auch noch einen Provokationstest machen. Der Arzt gibt mir einen Nasenspray der auch Milbenallergene enthält. Das muss ich mir jetzt in die Nase sprühen- igitt! Kaum habe ich das gemacht, fange ich auch schon zum Niesen an und dicke Tränen rollen über meine Backen. Mein Arzt meint lachend, dass ich ganz eindeutig eine Milben-Allergie habe, oweh!

Jetzt wird mir doch etwas mulmig zumute. Was soll ich nun tun? Das ganze Jahr husten und schnupfen? Denn ich habe ja gelesen, dass diese Milben überall sind! Mein Arzt beruhigt mich. Er meint, dass es einige Möglichkeiten gibt, mit der ich mit meiner Milben-Allergie leben kann. Außerdem erzählt er mir, dass eigentlich ziemlich viele Menschen an einer Milben-Allergie leiden. Das beruhigt mich ein bisschen.

 

Tabletten: Zunächst einmal gibt mir mein Arzt Medikamente, einen Nasenspray und Tabletten. Die sollen mir gleich helfen, wenn mein Husten und Schnupfen ganz besonders schlimm ist. Vor allem kann ich diese verwenden, wenn ich woanders schlafe oder auf Urlaub fahre. Husten, Schnupfen gehen allerdings mit diesen Medikamenten nicht für immer weg, sie helfen dir nur gegen die Symptome.

 

Erste Hilfe: Alle meine Stofftiere werden von nun an alle zwei Wochen in den Trockner gesteckt. Da es im Trockner sehr heiß und trocken ist, werden die Milben dadurch kaputt. So kann ich wieder mit meinen Tieren schmusen.

Auf meine Matratze, Polster und Tuchent kommen spezielle Überzüge, sodass mich die Milben auch in der Nacht nicht mehr stören können. Auch die Polster und Tuchent kommen regelmäßig in den Trockner. Danach räumt meine Mama alle Teppiche und Vorhänge aus meinem Zimmer, denn da verstecken sich die Milben auch sehr gerne.

 

spezifische Immuntherapie: Die Erwachsenen haben für so eine Behandlung verschiedene, schwierige Namen: Hyposensibilisierung, Immuntherapie, Spritzenkur, Ursachenbehandlung.

Mit dieser Behandlung wird dein Körper an das Allergen gewöhnt. Dein Immunsystem soll lernen, dass die Hausstaubmilbe für dich nicht gefährlich ist.  Das wichtigste dabei ist, dass man mit dieser Behandlung die Chance hat, wieder gesund zu werden.

Allerdings muss man dafür 3-5 Jahre die Behandlung durchhalten, da dein Immunsystem (die Polizei deines Körpers) so lange braucht, bis es das gelernt hat. Kannst du dich noch erinnern, als du lesen gelernt hast? Ungefähr so lange braucht auch dein Immunsystem um zu lernen.

Das ist ganz schön lang und schwierig, aber wenn man durchgehalten hat, sind meistens der lästige Husten, Schnupfen, Ohrenjucken … auch weg. Und dann braucht man keine Nasensprays oder Medikamente mehr und kann auch in jedem Bett schlafen, ohne spezielle Überzüge.

Manchmal passiert es aber, dass du bei der Behandlung einen juckenden Mund oder angeschwollene Lippen bekommst, das nennen die Erwachsenen Nebenwirkungen. Manchmal wird die Allergie auch stärker. Wenn das passiert, wird dir dein Arzt zusätzliche Medikamente verschreiben, damit es besser wird.

 

Die Therapie gibt es in zwei verschiedenen Formen:

 

-          sublingual,dass heißt: „unter die Zunge“: das Medikament, tropft man sich jeden Tag unter die Zunge; am Besten gleich nach dem Aufstehen, damit man es nicht vergisst. Man kann das gleich immer zu Hause machen und muss nicht jedes Mal zu einem Arzt gehen.

 

-          subkutan,dass bedeutet „unter die Haut“: hier befindet sich das Allergen in einer Spritze, welche dir der Arzt regelmäßig spritzen muss.

 

Gemeinsam mit deinen Eltern und deinem Arzt entscheidest du, welche Therapie für dich am Besten geeignet ist.

Schau! Ich habe durchgehalten! Mir geht es wieder gut!