Ausbildung und Beruf

Berufswahl mit Allergien

In der Regel beginnst du dir kurz vor deinem Schulabschluss ernsthaft Gedanken darüber zu machen, für welchen Beruf du dich entscheiden sollst. Wahrscheinlich hast du schon vorher gemerkt, welche Bereiche oder Aufgabenfelder dich besonders interessieren und wo deine Stärken liegen. Es ist nicht einfach, den idealen Beruf zu finden. Damit du auch erfolgreich in deine berufliche Zukunft startest und keine bösen Überraschungen erlebst, ist eine genaue Vorbereitung und Information besonders wichtig.

 

Wenn du bereits eine Allergie hast, musst du das bei deiner Berufswahl unbedingt berücksichtigen. In den meisten Fällen ist deine Allergie wahrscheinlich nur lästig. Sie kann aber auch zu gefährlichen Krankheiten führen und im schlimmsten Falle sogar einen Jobwechsel erzwingen. Jedes Jahr müssen viele Jugendliche ihre Ausbildung abbrechen oder ihren Beruf wechseln, weil die Allergie sie zu sehr beeinträchtigt. Um das zu verhindern, solltest du dich im Vorfeld umfassend beraten lassen. 

Berufsbedingte Allergie werden Reaktionen genannt, die durch den zwangsweisen Haut- oder Atemkontakt mit bestimmten Stoffen am Arbeitsplatz auftreten. Es ist auch möglich, dass du erst während deiner Berufstätigkeit „weitere Allergien“ auf bestimmte Stoffe entwickelst. Das ist besonders dann wahrscheinlich, wenn du bereits vorher unter einer Allergie gelitten hast. Nach Angaben des Ärzteverbands Deutscher Allergologen (ÄDA) hatten zum Beispiel etwa die Hälfte aller Bäcker mit allergischer Rhinitis oder Asthma bereits vor Ausübung ihres Berufs eine Pollen- Allergie. (www.aktionsplan-allergien.de)

 

Welcher Beruf ist der richtige für mich?

Es gibt keine pauschale Antwort darauf, welche Berufe frei von Allergenen sind. In der Arbeitswelt gibt es sehr viele Stoffe, die bei einer Sensibilisierung deinerseits eine Allergie auslösen können. Grundsätzlich gilt, dass handwerkliche Berufe wie Maler, Bauarbeiter und Frisörin mit einem höheren Allergie- Risiko verbunden sind als Bürotätigkeiten oder Berufe in den Bereichen Medien, Lehre und Medizin-Therapie. Weitere Informationen und Listen zu geeigneten und ungeeigneten Berufen bei Allergie findest du unter:

 

http://www.aok-on.de/berufseinsteiger/beruf-zukunft/allergien-im-beruf/seiten/1.html#c1836 und unter

http://www.aktionsplan-allergien.de/nn_461368/DE/07__Praevention__Beruf/06__Beruf__Berufswahl/ReizendeBerufe.html 

 

Doch auch wenn du eine Allergie auf bestimmte Stoffe hast, mit denen du in deinem Wunschberuf in Kontakt kämst, kann es Möglichkeiten geben, durch die du ihn trotzdem ausüben kannst. Es gibt sogenannte Allergie- Vermeidungsmaßnahmen, das heißt, Schutzmaßnahmen für den Umgang mit Allergenen. Das kann beispielsweise die Verwendung alternativer Substanzen oder das Tragen von Handschuhen sein, die den Hautkontakt mit dem Allergie- auslösenden Stoff verhindern. Immer mehr Menschen wird es dadurch mittlerweile ermöglicht, ihren Traumberuf trotz Allergie weiter ausüben zu können.

 

Besser vorbeugen als abbrechen

 

Hast du bereits eine Allergie oder sind in deiner Familie Allergien häufig vorhanden, solltest du dich unbedingt im Rahmen deiner Berufswahl von einem Arzt umfassend  beraten lassen. 

Empfehlenswert ist auf jeden Fall ein Praktikum in deinem Wunschberuf als eine Art Testphase. Dadurch kannst du feststellen, ob der Beruf trotz Allergie für dich geeignet ist. Außerdem merkst du zugleich, ob der Job auch wirklich so ist, wie du ihn dir vorgestellt hast.

Wenn du dich ausreichend informierst und vorbereitest wird es dir sicher auch mit Allergie gelingen, dich für den passenden Beruf zu entscheiden, der deinen Interessen und Begabungen entspricht.